Förderverein für jüdisches Gedenken Frankenthal

Mitteilungen an die Medien

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Jüdische Familie entdeckt ihre Frankenthaler Geschichte

Kaufhaus Schweitzer & Wertheimer

VHS-Vortrag am Dienstag 14. April 2026     18.00 Uhr

Isaac und Isabella Schweitzer im Jahr 1900 mit 9 der 12 Kinder (von links nach rechts): Fred, Karl, Max (sitzend), Isabella und Isaac (stehend), Selma, Anna (stehend), Lucie (sitzend), Hortense, Hugo (stehend), Heiner. Es fehlen: Miriam Julie und Eugen.

 

Nachdem der New Yorker Rabbi Peter Schweitzer im Frühjahr 2012 beim Förderverein für jüdisches Gedenken Frankenthal anfragte, welcher Art von „Store“ sein Urgroßvater Issac in Frankenthal betrieben hätte, entwickelte sich eine tiefe Freundschaft mit Werner Schäfer, Gründungsmitglied des Fördervereins. Bei dieser umfangreichen Zusammenarbeit erhielt Schäfer einen tiefen Einblick in die Familiengeschichte der Familie Schweitzer.

 

Dies alles floss in seinen VHS-Vortrag und in die Familiengeschichte auf den Internetseiten des Fördervereins:

 

Jüdische Familie entdeckt ihre Frankenthaler Geschichte

Kaufhaus Schweitzer & Wertheimer

 

Referent: Werner Schäfer

 

Dienstag 14. April 2026   18.00 Uhr

Bildungszentrum der Volkshochschule (VHS)

Schlossergasse 10

Eintritt frei

 

Viele Fotos aus der Familiensammlung wurden Werner Schäfer übereignet, eine Auswahl wird im Vortrag gezeigt.

 

Für die Geschichte des Kaufhauses konnte Schäfer auf die ergiebigen Unterlagen des Frankenthaler Stadtarchives zurückgreifen. Neben der umfangreichen Zeitungswerbung des Kaufhauses Schweitzer & Wertheimer ist auch die über 200 seitige Schweitzer-Wiedergutmachungsakte sehr aussagekräftig.

 

Peter Schweitzer, Werner Schäfer und Oren Schweitzer (v.r.n.l.) am 19. Juni 2012 am Grab der Familie Wertheimer auf dem alten jüdischen Friedhof.

Nachdem der New Yorker Rabbi Peter Schweitzer im Frühjahr 2012 beim Förderverein anfragte, welcher Art von „Store“ sein Urgroßvater Issac in Frankenthal betrieben hätte, entwickelte sich eine tiefe Freundschaft mit Werner Schäfer, Gründungsmitglied des Fördervereins. Bereits sechs Wochen nach der Antwort aus Frankenthal, am 19. Juni 2012, kam Peter Schweitzer mit seinem 12jährigen Sohn Oren nach Frankenthal und gemeinsam begab man sich auf Spurensuche. Begrüßt wurden Vater und Sohn von Oberbürgermeister Theo Wieder, der beiden den Geburtseintrag seines Großvaters Hugo präsentierte.

 

Ein Jahr später weiteten die Schweitzers und Schäfer die Suche aus. Man besuchte für über eine Woche die Orte aus denen die Vorfahren von Isaac und seiner in den USA geborenen Ehefrau Isabella im 19. Jahrhundert ausgewandert waren.Unterstützung fanden die Drei von den jeweiligen Archivmitarbeiter vor Ort.

 

Bei dem Besuch in New York konnte Schäfer die Unmenge an Archivkartons der Familie in Augenschein nehmen. Sie umfassten außer Issac Schweitzers Schriftwechsel auch die der großer Kinderschar und von weiteren Verwandten. Besonders bewunderte Schäfer ein noch nie gesehenes Portraitfoto von Albert Einstein: „das hat meine Mutter fotografiert“. Man kannte sich. 

 

In diesem Mühringer Mehrparteien-Haus betrieb Isaacs Vater Hirsch Schweitzer das Handwerk eines Glasers. Sein Sohn Isaac war später Eigentümer einige der Wohnungen.

Als Peter Schweitzer seine Familienchronik verfasste wurde er von einer Mit-arbeiterin des Leo Baeck Institutes und Schäfer unterstützt.

 

Es galt die alten handschriftlichen Briefe zu transkri-bieren, erst in die ursprüngliche Spra-che, meistens deutsch manchmal mit jiddi-schen Einsprengseln, öfters aber typisch schwäbische Dialektbegriffe.

 

Hier galt es oft reinen Spürsinn anzuwenden oder in Mührigen, Isaacs Geburtsort, bei dem Archivar Hans-Josef Ruggaber um Dialekt-Übersetzungshilfe zu bitten. So klärte sich manches in der Pfalz unbekannte Wort auf.

 

Nach der Familienchronik entstand eine mehr als 900seitige Biografie über das Leben von Peter Schweitzers Vater Uli (Ullrich). Dieser wurde als 15jähriger von der Familie in die USA „vorausgeschickt". Er war erst einmal getrennt von seiner Zwillings-schwester Isa, die er erst nach vielen Jahren wiedersehen durfte.

 

 

 

Ab dem 2. September 1881 war dieses Gebäude „Das Kaufhaus Schweitzer & Wertheimer“ Ecke Marktplatz / Bahnhofstraße 1.

 

 

 

 

Julius und Elsa Abraham

Eine erfolgreiche jüdische Kaufmannsfamilie

VHS-Vortrag am Dienstag 24. März 2026    18 Uhr

Kooperation der Volkshochschule Frankenthal und des

Fördervereins für jüdisches Gedenken Frankenthal

 

 

Julius und Elsa Abraham

 

Eine erfolgreiche jüdische Kaufmannsfamilie

 

Vortrag mit Fotos

 

Referent:

Herbert Baum (Förderverein für jüdisches Gedenken Frankenthal)

 

Dienstag 24. März 2026

18 Uhr

 

VHS Bildungszentrum

Schlossergasse 10

Eintritt frei

 

Nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg und den veränderten politischen Verhältnissen musste sich auch das Wirtschaftsleben in Frankenthal neu orientieren. In der seit Jahrzenten erfolgreichen Industriestadt stand auch der Einzelhandel vor neuen Herausforderungen. Dazu gehörte die jüdische Kaufmannsfamilie Julius und Elsa Abraham.

 

Am 25. März 1937 wurde das Möbelhaus Abraham an Schüßler & Völker verpachtet. Es war der erste Schritt zur völligen Enteignung der wohlhabenden Familie.

Um 1924 lebten in Frankenthal etwa 200 jüdische Einwohner. Das waren 0,87 Prozent der zirka 23.000 Einwohner.

 

Julius Abraham, 1878 in Börsborn im Landkreis Kusel geboren, kam 1896 nach Frankenthal und leitete mit seinem Bruder Moritz Abraham ein „anerkanntes Einkaufshaus für solide und billige Herren-, Damen-, Mädchen- und Kinder-Anzüge“ in der Wormser Straße 20a und 29.

 

1911 eröffneten Julius Abraham und seine Frau Elsa ein Schuhgeschäft in der Wormser Straße 20a. 1919 kauften sie ein Grundstück mit Wohnhaus und Geschäftsräumen in der Wormser Straße 27.

 

Mit dem Möbelhaus Abraham entstand eines der erfolgreichsten Einzelhandelsunternehmen in Frankenthal. Mit dem Gewinn kaufte das Ehepaar Häuser in der Willestraße und in der Gutenbergstraße. Außerdem besaß die Familie zahlreiche Aktien und andere Wertpapiere.

Julius und Elsa Abraham wurden am 22.10.1940 in das Lager  Gurs in Südwestfrankreich deportiert. Elsa überlebte das Lager. Julius wurde 1943 im Vernichtungslager Majdanek ermordet.

 

Walter Abraham heiratete in Berlin die Jüdin Ruth Fromm. Nach der Geburt ihrer Tochter Reha im Januar 1943 versteckte sich die Familie in Berlin und Umgebung in zahlreichen Unterkünften.

 

Ruth Abraham und Tochter Reha Sokolow haben in dem Buch „Ruth und Maria - Eine Freundschaft auf Leben und Tod (Berlin 1942 – 1945)“ diese Zeit festgehalten.

 

Maria Nickel (Buchcover rechts) hat als „Arierin“ Ruth und Reha Abraham vor der Entdeckung und dem Tod gerettet.

 

Zwischen 1941 und 1945 haben mehr als 7000 Jüdinnen und Juden versucht, in Berlin im Versteck zu überleben. Nur etwa 1500 Menschen haben es geschafft, die meisten mit der mutigen Hilfe von Nicht-Juden.

 

Ruth, Reha und Walter Abraham sind 1948 in die USA ausgewandert.

 

 

Förderverein für jüdisches Gedenken Frankenthal

Außerordentliche Mitgliederversammlung vom 29. 1. 2026

Im Herbst 2026 werden wieder Stolpersteine für Opfer des Nationalsozialismus verlegt.

Am 29. Januar 2026 fand eine außerordentliche Mitgliederversammlung des Fördervereins statt. Wegen des Ausscheidens des bisherigen Vorsitzenden Herbert Baum standen vor allem einige Nachwahlen auf der Tagesordnung.

 

Bis zur Mitgliederversammlung mit Neuwahlen am 11. Juni 2026 ist Rüdiger Stein kommissarischer Vorsitzender des Vereins. Herbert Werle wurde für Werner Schäfer zum Verantwortlichen für die Finanzen ("Kassierer") gewählt. Im Beirat sind jetzt Sabine Fischer, Peter Hiller, Jeanne Petermann, Werner Schäfer und Silke Sielaff.

 

Im Laufe des Jahres finden zahlreiche Vorträge und Führungen statt. Im September will der Förderverein im Rahmen der Aktion "Wir schaffen was!" wieder die 109 bisher verlegten Stolpersteine reinigen. Weitere Stolpersteine für Opfer des Nationalsozialismus sollen im Herbert 2026 verlegt werden.

 

 

 

Wechsel im Förderverein zum 1. Januar 2026

Mittagspause im "Brauhaus zur Post": Gunter Demnig (rechts), der Initiator der Aktion "Stolpersteine" und Herbert Baum vom Förderverein für jüdisches Gedenken Frankenthal bei der Stolpersteinverlegung 2006.

 

 

Herbert Baum, Vorsitzender des Fördervereins für jüdisches Gedenken Frankenthal, stellte zum 1. Januar 2026 seine Funktion zur Verfügung.

 

Nachdem er 1995 zum Stellvertreter des Vorsitzenden Werner Schäfer gewählt wurde, übernahm er am 21. April 1999 die Funktion als Vorsitzender.

 

Außerordentliche Mitgliederversammlung 

 

Am 29. Januar 2026

18.30 Uhr

im Gewerkschaftshaus Frankenthal

Pilgerstraße 1

67227 Frankenthal

 

findet eine außerordentliche Mitgliederversammlung des Fördervereins statt.

 

Tagesordnung:

 

1. Aktuelle Situation des Förderverein und Rückblick 2025

2. Finanzbericht 2025

3. Planung 2026

4. Nachwahl einer Kassiererin / eines Kassierers

5. Nachwahl von Beisitzern / Beisitzerinnen

6. Vorbereitung der Ordentlichen Mitgliederversammlung im Juni 2026

    Festlegung des Termins

    Ideen und Vorschläge für den neuen Vorstand und

    Beirat des Fördervereins                           

7. Verschiedenes

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Rüdiger Stein                         Werner Schäfer

2. Vorsitzender                       Kassierer und Vorstandsmitglied