Aktuelles vom Förderverein für jüdisches Gedenken
Mitgliederversammlung mit Wahlen
Montag 27. Mai 2013 Dathenushaus
Einladung zur Mitgliederversammlung mit Wahlen
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir laden Sie ein zu unserer Mitgliederversammlung mit Wahlen am
Montag, 27. Mai 2013
19 Uhr
Dathenushaus
Kanalstraße
67227 Frankenthal
Raum im Erdgeschoss hinten
Tagesordnung:
1. Rückblick auf die vergangenen zwei Jahre (Rechenschaftsbericht)
2. Kassenbericht
3. Bericht des/der Revisor/in
4. Diskussion
5. Entlastung des Vorstandes
6. Wahl eines/einer Versammlungsleiters/in
7. Wahlen
7.1. 1. Vorsitzende/r
7.2. 2. Vorsitzende/r
7.3. Kassierer/in
7.4. Schriftführer/in
7.5. Mitglieder des Beirates
7.6. Wahl der Revisoren/innen
8. Diskussion Gedenken in Frankenthal (Antrag)
9. Planungen für 2013/2014
Als 1. und 2. Vorsitzender kandidieren Herbert Baum und Rüdiger Stein, Werner Schäfer kandidiert als Kassierer. Im Beirat sind Sieglinde Ganz-Walther, Inge Strauch und Paul Theobald. Lothar Limburg kandidiert als weiterer Beirat. Revisor/in sind Jutta Popitz und Rudolf Walter.
Natürlich können für alle Funktionen neue und weitere Vorschläge gemacht werden. Es sind auch geheime Abstimmungen möglich.
Herr Walter hatte in der Mitgliederversammlung 2012 vorgeschlagen, dass in Frankenthal eine Gedenktafel oder ein Gedenkstein an die jüdischen Bürgerinnen und Bürger erinnern soll. Er hat Beispiele aus anderen Städten gesammelt, die wir vorstellen. Am Ende soll eine Abstimmung über das weitere Vorgehen entscheiden. Da Herr Walter am 27.5. sich auf einer Urlaubsreise befindet, kann er an der Versammlung nicht teilnehmen.
Mit freundlichen Grüßen
Herbert Baum
1. Vorsitzender
Die Satzung des Fördervereins finden Sie unter "Förderverein für jüdisches Gedenken"
http://www.juden-in-frankenthal.de/f%C3%B6rderverein-f%C3%BCr-j%C3%BCdisches-gedenken-1/satzung/
Film für Frankenthaler Schulen am Freitag 19. April 2013
Jugendliche im Nationalsozialismus

Lore und ihre vier Geschwister sind die privilegierten Kinder eines hochrangigen SS-Offiziers, der am Massenmord in Weißrussland beteiligt war. Während sie Hüpfspiele machen, werden überall in Europa Menschen systematisch umgebracht. Lores Familie ist davon unberührt, bis ihr Vater 1945 aus dem Osten zurückkehrt. 1939 war er ein Kriegsheld. 1945, wenn die Handlung des Films beginnt, ist er ein Verbrecher. Völlig auf sich allein gestellt, müssen Lore und ihre vier jüngeren Geschwister sich im Mai 1945 von Süddeutschland zur Oma nach Norddeutschland durchschlagen.
Ihre Reise führt sie durch das in Auflösung begriffene Deutschland und sie sehen und erleben zum ersten Mal die Grausamkeiten des Krieges. Der Kampf um das tägliche Brot ist hart, denn fast überall begegnet man den Kindern mit Feindseligkeit. Trotzig klammert sich Lore an ihre Überzeugungen, doch allmählich mischen sich Zweifel in ihr fest gefügtes Weltbild. Diese werden größer, als sich der rätselhafte Thomas der Gruppe anschließt. Seine Papiere weisen ihn als jüdischen KZ-Überlebenden aus. Als die Kinder ihr Ziel erreichen, ist nichts mehr wie es war.
Der Film wird für alle weiterführenden Schulen in Frankenthal (empfohlen ab der 9. Klasse) in den Lux-Kinos gezeigt:
Freitag, 19. April 2013
10.30 Uhr
Der Film dauert 110 Minuten. Eintritt 2 Euro.
Der Film ist auch für die Bevölkerung Frankenthals und der Region frei gegeben.
Weitere Informationen unter "Mitteilungen an die Medien"
Als 16-Jähriger überzeugter Hitlerjunge
Zeitzeugen kommen in Schulen
Rheinland-Pfalz hat als erstes Bundesland 2007 eine Koordinierungsstelle eingerichtet, die Zeitzeugen in Schulen vermittelt. Zeitzeugen gelingt es immer wieder, Interesse für die Zeitgeschichte zu entwickeln.Rheinland-Pfalz hat als erstes Bundesland 2007 eine Koordinierungsstelle eingerichtet, die Zeitzeugen in Schulen vermittelt. Zeitzeugen gelingt es immer wieder, Interesse für die Zeitgeschichte zu entwickeln.
Auch der Förderverein sucht Zeitzeugen.
Karl Heinz Mehler, 1929 in Mannheim geboren, hat viele Veranstaltungen in Schulen besucht. Er wurde in der Hitlerjugend zum bekennenden Nationalsozialisten. Noch in den letzten Kriegstagen kämpfte er in Süddeutschland als 16-Jähriger gegen die französische Armee.
Nach der Gefangenschaft arbeitet er als "Zwangsarbeiter" auf einem Bauernhof bei Limoges in Südwestfrankreich und erfuhr aus Zeitungen zum ersten Mal, mit welcher Brutalität das NS-Regime in Konzentrationslagern und Arbeitslagern Menschen systematisch ermordet hatte.
Das menschliche und demokratische Verhalten des französische Bauern macht auch ihn zu einem aufrichtigen Menschen, der bis heute in Schulen über seine Zeit in der Hitlerjugend informiert.
Weitere Informationen zum Thema "Jugend in der NZ-Zeit" siehe im Kapitel "Frankenthal in der NS-Zeit".
"Nicht schon wieder Nationalsozialismus..."
Erfahrungsaustausch mit Frankenthaler Schulen
Schule einmal anders: Ein Leistungskurs Religion des Albert-Einstein-Gymnasiums nahm im April 2005 an der Verlegung von Stolpersteinen in der Vierlingstraße teil.
Zur Diskussion mit Pädagogen/innen der weiterführenden Schulen kamen nur zwei Lehrerinnen. Unter dem Thema "Nicht schon wieder Nationalsozialismus…" sollten Erfahrungen aus den Schulen gesammeln werden. Für den Förderverein ist die Zusammenarbeit mit jungen Menschen die zentrale Aufgabe. In den vergangenen Jahren hat er mit fast allen Schulen Aktionen durchgeführt. Am besten besucht waren die beiden Filmvorführungen. Einzelne Klassen oder Gruppen interessieren sich besonders für die Stolpersteine, die auch in Frankenthal an die ehemaligen jüdischen Bürger erinnern. Mit dem Film "Lore" bietet der Förderverein Schulklassen nach den Osterfereien die Möglichkeit, sich mit dem Thema "Jugend im Nationalsozialismus" auseinanderzusetzen.
Kooperationen mit Schulen
Sparkasse Rhein-Haardt spendet dem Förderverein
2000 Euro
Die Sparkasse Rhein-Haardt hat dem Förderverein bereits mehrere Spenden überreicht. Im März 2009 war in der Schalterhalle der Filiale in Frankenthal die Ausstellung "Juden in Frankenthal" zu sehen.Die Sparkasse Rhein-Haardt hat dem Förderverein in den vergangenen Jahren mehrfach Geld gespendet. Rechtzeitig zu Weihnachten erhielten wir eine weitere Spende über 2000 Euro. Vielen Dank!
Der Förderverein wird das Geld vor allem für Projekte mit Frankenthaler Schulen zur Verfügung stellen.
Einfach toll !!!!!!!!!!!!!
Stadtratsfraktion der Grünen spendet dem Förderverein 1000 Euro
Spende über 1000 Euro: (v.l.n.r.) Gerhard Bruder (Stadtrat), Lothar Limburg (Förderverein), Marie-Bernadette Amand (Stadträtin), Herbert Baum (Förderverein), Rainer Schulze (Stadtrat) und Werner Schäfer (Förderverein).Der Förderverein für jüdisches Gedenken Frankenthal besteht seit 20 Jahren. Vor einigen Tagen hat er zum Jubiläum eine umfassende Dokumentation über die beiden Jüdischen Friedhöfe veröffentlicht. Anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Grünen Frankenthal hat die Stadtratsfraktion Die Grünen-Offene Liste beschlossen, dem Verein 1000 Euro zu spenden.
"Wir haben 2012 einen Fond gebildet, in den wir einen Teil unserer Aufwandsentschädigungen für unsere Arbeit im Stadtrat einzahlen", informierte Rainer Schulze, stellvertretender Vorsitzender der Stadtratsfraktion: "Der Stadtrat hatte eine Kürzung der Aufwandsentschädigungen als Beitrag zu mehr Sparsamkeit abgelehnt." Aus dem Fond finanzierte die Stadtratsfraktion jetzt den Preis für bürgerschaftliches Engagement. Im Weltladen in der Sterngasse übergab Rainer Schulze am 17. Dezember 2012 die Auszeichnung und die Spende über 1000 Euro. Er lobte den überragenden Einsatz des Fördervereins für die Erinnerung an die früheren jüdischen Mitbürger. So hätte er die Verlegung der Stolpersteine an früheren Wohnhäusern jüdischer Menschen initiiert. Außerdem habe er schon viele Führungen zu diesen Häusern durchgeführt. Schulze erinnerte an das Internationale Baucamp im Juli 2012, bei dem junge Menschen aus vier Ländern die beiden jüdischen Friedhöfe in Frankenthal wieder in einen würdigen Zustand versetzt hätten. Die Auszeichnung berücksichtigt auch die vielen Veranstaltungen und Vorträge mit der Volkshochschule Frankenthal über die Geschichte der Juden. Herbert Baum, Vorsitzender des Fördervereins, bedankte sich für die Anerkennung und das Geld. "Wir hatten in diesem Jahr einen Zuschuss durch den Förderpreis für Frankenthaler Vereine erhofft", betonte er bei der Übergabe der Spende: "Leider wurden keine Preise vergeben. Die 1000 Euro sehen wir als eine schöne Anerkennung unserer Arbeit."
Er ergänzte, dass auch die Sparkasse Rhein-Haardt eine Spende über 2000 Euro aktuell überwiesen habe. Mit dem Geld will der Förderverein vor allem die Kooperation mit Frankenthaler Schulen intensivieren.
Zum Thema "Nicht schon wieder Nationalsozialismus…" organisiert er eine Diskussion mit weiterführenden Schulen in Frankenthal am 28. Januar 2013, 19 Uhr, im Dathenushaus, Kanalstraße 6. Lehrer und Schüler können über ihre Erfahrungen berichten. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Nationalen Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus statt. Internet: www.juden-in-frankenthal.de.
Noch eine Spende

Im Rahmen des Internationalen Baucamps im Juli 2012 auf den beiden Jüdischen Friedhöfen berichteten die lokalen Zeitungen ausführlich über die Arbeiten der jungen Menschen aus Aserbeitschan, Russland, Georgien und Frankenthal. Sie erwähnten, dass der Förderverein für rund 650 Euro den Grabstein der Familie Lurch, der durch eine Baumwurzel in Schieflage gedrückt wurde, wieder aufgerichtet werden sollte. Wenige Tage später war eine Spende von 650 Euro auf unserem Konto. Eine engagierte Bürgerin aus Dirmstein hatte das Geld gespendet. Sie wollte nicht, dass ihr Namen veröffentlicht wird.
Förderverein vor 20 Jahren gegründet
Fridolin Hauck legt auf dem Friedhof in Gurs (Frankreich) einen Kranz für die jüdischen Opfer nieder. Aufgrund seiner Initiative wurde am 10. Dezember 1992 der Förderverein gegründet.Bemühen um Gedenkstätte
Zur Erinnerung an jüdische Mitbürger
Um ideelle und finanzielle Unterstützung eines Vorhabens zur Schaffung einer "jüdischen Gedenkstätte" bemüht sich Fridolin Hauck. Deshalb lädt er interessierte Mitbürger für morgen, 19.30 Uhr, ins Hotel Brauhauskeller, Eisenbahn- straße, zu einer Gründungs- versammlung für einen ent- sprechenden Verein ein. Ein- ladung erging auch an Stadtvor- stand, Ratsmitglieder, Geistliche und Frankenthaler Künstler.
Initiator Fridolin Hauck verweist auf die seitens der Stadtverwaltung bestehende "löbliche Absicht, in der Glockengasse an der Stelle, an der die Synagoge der früheren jüdischen Kultsgemeinde stand, eine Gedenkstätte zu errichten." Mit einem solchen Bauwerk solle die Erinnerung an die ehemaligen jüdischen Mitbürger, die vom Naziregime in verbrecherischer Weise zunächst vertrieben, dann verschleppt und schließlich ermordet wurden, wachgehalten werden.
Fridolin Hauck in seiner Einladung: "Da die derzeitige angespannte finanzielle Lage der Stadt die Verwirklichung dieses Vorhabens in absehbarer Zeit nicht zulässt, möchte ich versuchen, durch die Gründung eines Fördervereins ideell und finanziell mitzuhelfen."
Nach Haucks Vorstellungen sollten die Gründungsmitglieder einen Grundbetrag spenden. Über die Höhe eines jährlichen Beitrags und sonstige Aktivitäten sollten die Versammelten befinden, die an der Gründung des "Fördervereins jüdische Gedenkstätte Frankenthal e.V." Interesse zeigen.
DIE RHEINPFALZ vom 9. Dezember 1992
Zum Jubiläum eine Dokumentation der Jüdischen Friedhöfe
Werner Schäfer (links) und Lothar Limburg (rechts) übergeben Oberbürgermeister Theo Wieder die Dokumentation über die beiden Jüdischen Friedhöfe.Zum 20-jährigen Bestehen übergab der Förderverein am 13. Dezember 2012 Oberbürgermeister Theo Wieder im Rathaus Frankenthal die DVD-Dokumentation der Jüdische Friedhöfe in Frankenthal.
Bereits im Januar 1999 hatte der Förderverein eine Dokumentation mit Fotos aller Grabsteine der Stadt Frankenthal übergeben.
In diesem Jahr hat der Förderverein mit Hilfe der Originalpläne und der vorhandenen Friedhofskarteikarten der beiden jüdischen Friedhöfe die Dokumentation aktualisiet und digitalisiert. Durch den Abgleich Pläne/Karteikarten sowie der "Meldekartei jüdischer Mitbürger" vom Stadtarchiv und den Gegebenheiten vor Ort war es möglich, bisher unbekannte Grabstellen zu identifizieren.
Die beiden alten, handgezeichnete Friedhofspläne habe wir 1:1 in zwei Exceltabellen übertragen. Der Excel-Plan für den neuen jüdischen Friedhof dürfte künftig die Arbeit des Friedhofamtes erleichtern, da er für Neubelegungen genutzt werden kann. In einer weiteren Tabelle können die Gräber anhand der alphabetisch sortierten Namen sofort gefunden werden. Dies dürfte bei Besuchen von Familienangehörigen hilfreich sein.
Auf unseren Internetseiten sind sämtliche Grabsteine mit Fotos und Texten zu den Verstorbenen bereits vorhanden (siehe "Friedhöfe")
Langfristig können sämtliche Daten vermutlich in die professionelle Datei „epidat“ des Steinheim-Instituts für deutsch-jüdische Geschichte an der Universität Duisburg-Essen integrieren. Wir haben Kontakt zum Direktor des Instituts, Professor Michael Brocke. Er ist 1940 in Frankenthal geboren.
http://www.steinheim-institut.de/wiki/index.php/Kategorie:Epigrafik
Die Datenbank zur jüdischen Grabsteinepigraphik epidat dient der Inventarisation, Dokumentation, Edition und Präsentation epigraphischer Bestände. In digitaler Edition online zugänglich sind gegenwärtig 122 digitale Editionen mit 22898 Grabinschriften.
Auch die Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten-Initiativen in Rheinland-Pfalz will eine zentrale landesweite Datei aufbauen.
