Europäischer Tag der jüdischen Kultur

  

Der Europäische Tag der Jüdischen Kultur besteht seit 1999. Er findet jedes Jahr am 1. Sonntag im September statt.

 

Jüdische und nicht-jüdische Organisationen in fast 30 europäischen Ländern erinnern an das europäische Judentum, seine Geschichte, Traditionen und Bräuche. Auf lokaler und regionaler Ebene finden Führungen zu Stätten jüdischer Kultur, Konzerte, Ausstellungen und Vorträge statt.

 

Der Förderverein für jüdisches Gedenken Frankenthal erinnert seit 2003 jedes Jahr im September an die Geschichte der Juden in Frankenthal mit einem Vortrag und drei Führungen.

 

Synagoge in Frankenthal um 1900 Synagoge in Frankenthal um 1900

Europäischer Tag der jüdischen Kultur am 4. September 2011

 

Volkshochschule Frankenthal

 

Donnerstag, 1. September 2011 

19 Uhr 

Vortragsraum in der Schlossergasse

 

Geschichte der Jüdischen Gemeinde in Frankenthal 

Vortrag mit Fotos zum Europäischen Tag der jüdischen Kultur

 

Referent: Herbert Baum

Eintritt frei

 

Im Vortrag wird die Entwicklung der jüdischen Gemeinde beschrieben. Sie wurde um 1785 gegründet. Am 28. August 1885 fand die Einweihung einer zweiten, neuen Synagoge in der Glockengasse 12 unter „reger Anteilnahme der Frankenthaler Bevölkerung“, wie die damaligen Zeitungen erwähnten, statt.

 

Im Jahr 1900, als die aufstrebende Industriestadt 16.899 Einwohner hatte, lebten hier 371 Juden, das waren rund zwei Prozent. 1933 begann die systematische Ausgrenzung der jüdischen Bevölkerung auch in Frankenthal. Viele konnten rechtzeitig flüchten. Die meisten, die in Deutschland blieben, wurden später in den Vernichtungslagern ermordet. Mit der Deportation der 39 noch in Frankenthal lebenden Kinder, Frauen und Männer am 22. Oktober 1940 nach Gurs in Südwestfrankreich endete die Geschichte der Jüdischen Gemeinde Frankenthals.

 

Heute leben wieder Menschen jüdischen Glaubens aus der ehemaligen Sowjet-union in Frankenthal. Sie beteiligen sich am Leben der Jüdischen Kultusgemeinde Rheinpfalz und besuchen die Synagoge in Ludwigshafen.

 

 

 

Stolpersteine in Frankenthal

Vier Stolpersteine erinnern an die Familie Dosenheimer in der Pilgerstraße 2. Vier Stolpersteine erinnern an die Familie Dosenheimer in der Pilgerstraße 2.

4. September 2011

11 - 12 Uhr

 

Aktion Stolpersteine in Frankenthal

Referenten:

Rüdiger Stein, Herbert Baum

Treffpunkt vor der Zwölf Apostel Kirche

Ecke Carl-Theodor-Straße und Kanalstraße

Die Führung dauert eine Stunde und ist kostenfrei.

Bei Dauerregen fällt die Führung aus

 

44 Stolpersteine erinnern seit 2005 vor deren ehemaligen Häusern und Wohnungen an das Schicksal jüdischer Menschen.

 

 

Die Jüdischen Friedhöfe in Frankenthal

Führung auf dem alten Jüdischen Friedhof Führung auf dem alten Jüdischen Friedhof

4. September 2011

15 Uhr

 

Die beiden Jüdischen Friedhöfe

im Hauptfriedhof Frankenthal

Führung zirka 1,5 Stunden

Referent: Werner Schäfer

Treffpunkt: Hauptfriedhof Eingang Wormser Straße (Parkplatz)

Vor der Trauerhalle

Eintritt frei

Bei Dauerregen fällt die Führung aus

 

1806 erwarb die Stadt Frankenthal ein Gelände, das 1821 zum städtischen Friedhof wurde. An seiner Ostseite kaufte die Jüdische Gemeinde 1820 ein Feld für ihren eigenen Friedhof. Ab 1940 wurden auf einem Teil dieses Friedhofs Zwangsarbeiter beerdigt. 1918 wurde ein weiterer Jüdischer Friedhof eröffnet.

 

 

450 Jahre Juden in Frankenthal

Seit dem 17. Jahrhundert leben Juden in Frankenthal. Seit dem 17. Jahrhundert leben Juden in Frankenthal.

4. September 2011

17 Uhr

 

450 Jahre Juden in Frankenthal

Stadtführung

Referent: Herbert Baum

Treffpunkt:

Gedenkplatz für die ehemalige Synagoge

Ecke Glockengasse/ Synagogengasse (Spielplatz)

Führung zirka 2 Stunden

Eintritt frei

Bei Dauerregen fällt die Veranstaltung aus

 

Von der Glockengasse, wo bis 1952 die zerstörte Synagoge stand (Ecke Synagogengasse), geht es vor allem zu den jüdischen Wohnhäusern und Geschäften in der Innenstadt. An mehreren Stationen beschreibt Herbert Baum die 450-jährige Geschichte der Juden in Frankenthal. Die Teilnehmer/innen erhalten Mappen mit den wichtigsten Fotos.